Homophobie aktuell

 Während die Bundeszentrale für politische Bildung in der April-Ausgabe der APuZ den Themenschwerpunkt Homosexualität eher low level behandelt und lieber gleich eingangs den Hinweis "Nach aller wissenschaftlichen Erkenntnis ist Homosexualität ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal." bringt, dass auch der letzte Depp dies in sein biologistisch-normiertes Weltbild einpflegen kann, hat der WDR eine sehenswerte Sendung zum Thema Homophobie gemacht, die anschaulich demonstriert wie weit wir von einer emanzipatorischen, auf individuelle Entfaltung bedachten Gesellschaft entfernt sind.

Schade das selbst die BpB letztlich doch nicht aus klischeebeladenen Vorstellungen herauskommt und ihrem Heft auch einen Artikel zum Thema "AIDS-Prävention" beigibt, ganz so als hätte mensch am Stammtisch gefragt, was so zum Thema Homosexualität einfällt.

Dann lieber doch vor die Glotze:

"Schwule Sau" – Der neue Hass auf Homosexuelle

 

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Fakten vs. Volksgemeinschaft

Im Folgenden dokumentieren wir eine Pressemitteilung der dresdner HistorikerInnenkommission zum Angriff auf Dresden 1945, nicht um, wie diese im selbstformulierten Anspruch, an das Schicksal von betroffenen DresdnerInnen zu erinnern, sondern um dem Mythos Dresden historisch fundiert etwas Luft abzulassen.


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"Im Februar 1945 starben bei alliierten Luftangriffen in Dresden bis zu
25.000 Menschen

Die von der Landeshauptstadt Dresden beauftragte »Historikerkommission
zu den Luftangriffen auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar
1945« beendet am 17. März 2010 ihre Untersuchungen mit der
Veröffentlichung eines Abschlussberichts. Nach der Übergabe an
Oberbürgermeisterin Helma Orosz wird der Bericht am selben Tag im
städtischen Internetauftritt und in einer Buchpublikation für die
Öffentlichkeit bereitgestellt.
Die Kommission war im November 2004 im Ergebnis bürgerschaftlicher
Diskussionen zur Dresdner Erinnerungskultur durch den damaligen
Oberbürgermeister Ingolf Roßberg berufen worden. Nach kontroversen
Debatten wurde sie im Januar 2007 durch den Stadtrat bestätigt und mit
dem notwendigen Forschungsbudget versehen. Gleichzeitig erweiterte und
präzisierte der Stadtratsbeschluss die Aufgabenstellung der Kommission.

Untersuchungen zur Zahl der im Februar 1945 in Dresden getöteten Menschen
Auftrag der Kommission sollte es sein, den »aktuellen Forschungsstand
zur Zahl der durch die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945
getöteten Menschen festzustellen«. Dieser Aspekt des historischen
Geschehens wird bis in die Gegenwart hinein kontrovers diskutiert: Die
Spannbreite der dabei behaupteten Zahlen ist groß; sie reicht von ca.
20.000 bis zu 500.000, in Einzelfällen gar bis zu einer Million
getöteter Menschen. Dies ist keine allein lokalgeschichtliche
Streitfrage: Das Erinnern an die alliierten Luftangriffe auf Dresden –
symbolisch adressiert im Datum des Jahrestages 13. Februar – besitzt
nach wie vor aktuelle Bedeutung in den gesellschaftspolitischen
Auseinandersetzungen um Geschichtsbilder, Gesellschaftsentwürfe und
Identitäten. In diesem Diskurs ist die Zahl der durch die Luftangriffe
auf Dresden getöteten Menschen seit langem zu einem zentralen Argument
geworden, in dessen Verwendung sich Bewertungen und Haltungen bündeln.
Die Untersuchung konnte nicht darauf abzielen, jeden einzelnen im
Februar 1945 in Dresden getöteten Menschen mit Sicherheit zu erfassen.
Wohl aber sollte die Zahl der Toten in ihrer Größenordnung, also mit
einer wesentlich geringeren Schwankungsbreite als in der aktuellen
Debatte, ermittelt werden. Dies ist der Kommission gelungen.
Wesentliches Merkmal der Forschungsarbeit waren sowohl der
außergewöhnlich breite interdisziplinärer Ansatz als auch der
intensive Gebrauch elektronischer Informationsverarbeitung.
Nach einer kritischen Untersuchung der Überlieferungen in deutschen
und ausländischen Archiven beschloss die Expertengruppe, eine
vollständig neue Ermittlung der Zahl der Dresdner Luftkriegstoten
vorzunehmen. Dazu verfolgte sie drei verschiedene Ansätze: Zunächst
wurde versucht, eine Bevölkerungsbilanz der Menschen in Dresden vor
und nach den Februar-Luftangriffen 1945 zu erstellen, was sich
angesichts fehlender kohärenter Nachweise jedoch als unmöglich erwies.
Dagegen gelang es, sowohl über eine Einzelfallerfassung von
dokumentarischen Nachweisen aus Bergung, Registratur und Bestattung
der Dresdner Luftkriegstoten als auch über die Auswertung der
Unterlagen des Personenstandswesens unabhängig voneinander die Zahl
der im Februar 1945 in Dresden getöteten Menschen zu ermitteln.
Im Ergebnis intensiver Recherchen konnten in den Archiven, in den
Unterlagen der Friedhöfe in und außerhalb Dresdens, in den Nachweisen
der Standesämter und Amtsgerichte fast 60.000 Einzelnachweise in einer
elektronischen Datenbasis erfasst werden. In der Mehrzahl der Fälle
liegen dabei mehrere Nachweise für eine getötete Person vor. Erfasst
wurden sowohl namentlich bekannte als auch unbekannte Tote. Anhand
dieser Daten wurde es möglich, die Abläufe der Bergung, Registratur
und Bestattung der Dresdner Luftkriegstoten weitgehend zu
rekonstruieren. In den Untersuchungen zum Personenstandswesen wurde
zunächst die Zahl der in den Dresdner Standesämtern beurkundeten
Sterbefälle, die mit den Luftangriffen im Februar 1945 im Zusammenhang
stehen, ermittelt. Parallel erfolgte die Auswertung aller bundesweit
seit 1945 vorgenommenen Todeserklärungen zu Dresdner Luftkriegstoten.
Im Ergebnis beider Untersuchungen stellte die Kommission fest, dass
die Luftangriffe auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 den
Tod von bis zu 25.000 Menschen zur Folge hatten. Damit bestätigen sich
offizielle Zahlenangaben der zuständigen Behörden aus den Jahren 1945
und 1946.
Die neu ermittelte Zahl der Luftkriegstoten in Dresden wurde in
mehreren Untersuchungen auf ihre Plausibilität geprüft. Weder in der
dokumentarischen Überlieferung, noch in den zahlreichen
Argumentationen und Erzählbildern aus Literatur und Medien konnten
belastbare Argumente festgestellt werden, die das Ergebnis in Frage
stellen.
Die Kommission hat insbesondere zahlreiche persönliche
Erinnerungszeugnisse untersucht und nachgewiesen, dass nur eine kleine
Minderheit der Augenzeugen Angaben zur Gesamtzahl der Luftkriegstoten
in Dresden machen will und kann. Oft zitierte Erinnerungsberichte, die
wesentlich höhere Totenzahlen aus vermeintlich autorisierter Quelle
berichten, sind von der Kommission exemplarisch hinterfragt und als
spekulativ bewertet worden.
Aus mehrfacher Perspektive setzte sich die Kommission mit der Zahl der
in Dresden getöteten Flüchtlinge auseinander, die häufig als sehr hoch
angenommen wird. Die Analyse der Einzelfallnachweise machte jedoch
deutlich, dass der Anteil von Flüchtlingen an den Dresdner
Luftkriegstoten gering war. Dieses Ergebnis bestätigte sich auch bei
der statistischen Auswertung der Unterlagen bundesweit agierender
Such- und Nachweisdienste.
Ebenso wenig bewahrheiteten sich populäre Annahmen, dass zahlreiche
getötete Menschen in Dresden nicht geborgen worden seien. Sowohl im
Ergebnis der räumlichen Analyse der Bergungen als auch in der
Auswertung der archäologischen Untersuchungen in zentralen
Stadtgebieten Dresdens kann dies für eine größere Zahl getöteter
Menschen ausgeschlossen werden. Auch die weit verbreitete Vermutung,
die Bergung und Bestattung der getöteten Menschen sei so lückenhaft
dokumentiert worden, dass sich eine Ermittlung der Totenzahlen als
unmöglich erweisen würde, bestätigte sich nicht. Zwar mussten die
zuständigen Behörden angesichts der Größe der Katastrophe und der
Zeitumstände in vielen Fällen improvisieren, dennoch geht die
Kommission von einer weitgehend geordneten Erfassung zumindest der
Zahl der getöteten Menschen aus. Dies gilt sowohl für die Bergungen
bis zum Kriegsende als auch für die Arbeiten in den Jahren danach. Die
Kommission untersuchte zudem, ob zahlreiche Menschen in den
Großbränden der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 so rückstandlos
verbrannt sein könnten, dass eine Registratur unmöglich gewesen wäre.
Im Ergebnis materialtechnischer und archäologischer Untersuchungen
wurde deutlich, dass die dazu notwendigen Bedingungen allenfalls
punktuell erreicht worden sind.
In einem weiteren Untersuchungsansatz ordnete die Kommission die Zahl
der Dresdner Luftkriegstoten in den historischen Kontext des Zweiten
Weltkrieges ein – sowohl im Hinblick auf die militärischen Abläufe des
strategischen Luftkriegs als auch in Bezug auf die Gesamtbilanz
ziviler Verluste. In beiden Perspektiven sind Totenzahlen im
sechsstelligen Bereich allein in Dresden nicht darstellbar. Alle
genannten Untersuchungsperspektiven stützen das ermittelte Ergebnis
schlüssig.

Untersuchungen zu Tieffliegerangriffen auf Dresden zwischen dem 13.
und 15. Februar 1945
Ergänzend zur ursprünglichen Aufgabenstellung beauftragte der Stadtrat
die Kommission mit der Klärung der Frage, ob während der alliierten
Luftangriffe im Februar 1945 tieffliegende Flugzeuge eingesetzt waren
und die Bevölkerung aus Bordwaffen beschossen wurde.
Im Ergebnis der Auswertung militärischer und ziviler Dokumente aus
deutschen und alliierten Quellen konnten Tieffliegerangriffe zwischen
dem 13. und 15. Februar 1945 auf das Stadtgebiet von Dresden
ausgeschlossen werden. Eine breit angelegte Analyse von
Augenzeugenberichten ergab ein widersprüchliches Bild: Während in der
Mehrzahl Tieffliegerangriffe keine Rolle spielen, berichten einige
wenige Augenzeugen von solchen Angriffen durch ein einzelnes oder eine
geringe Anzahl von Flugzeugen. Auf der Basis solcher Berichte führte
die Kommission archäologische Untersuchungen an mehreren Stellen des
Stadtgebietes aus, die keinen Nachweis für Bordwaffenbeschuss
erbrachten.

Untersuchung der Erinnerungen von Dresdnerinnen und Dresdnern
Die Sammlung und Auswertung subjektiver Erinnerungszeugnisse stellte
einen unverzichtbaren Teil der Untersuchung dar, insbesondere um
parallele Forschungen fachlich auszurichten und deren Ergebnisse
kritisch zu hinterfragen. Ausgehend von einem expliziten Auftrag des
Dresdner Stadtrats erschloss bzw. erstellte die Kommission subjektive
Überlieferungen von 1.314 Personen der Erlebnisgeneration, darunter 90
lebensgeschichtliche Interviews. Die Analyse dieser
Erinnerungszeugnisse machte deren hohen Wert für die Erforschung der
»erlebten Geschichte« deutlich. Am konkreten Beispiel konnten
wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Erinnern und
Vergangenheitsrekonstruktion bestätigt werden.
Bei der Auswertung strittiger Erinnerungen und Interpretationen wies
die Kommission nach, dass populäre Zuschreibungen von Erzählbildern an
die Gesamtheit der Zeitzeugen (etwa das Festhalten an einer extrem
hohen Zahl der Dresdner Luftkriegstoten) unzulässige
Pauschalisierungen darstellen. Gleichzeitig belegten die
Untersuchungen die Einflüsse kollektiver Meinungsbildungen,
öffentlicher Debatten etc. auf das persönliche Erinnern.
In der intensiven Auseinandersetzung mit den Erinnerungen der
Augenzeugen erschloss sich der Kommission die menschliche Dimension
der Dresdner Katastrophe im Februar 1945 noch einmal besonders
deutlich. Auch die elektronische Datenbasis mit ihren personengenauen
Nachweisen macht jenseits der bloßen Zahlen das individuelle Leid der
Betroffenen sichtbar. Die Kommission versteht ihre Arbeit als einen
Beitrag dazu, mit einer wissenschaftlichen Darstellung der
geschichtlichen Abläufe verantwortlich an das Schicksal der in Dresden
getöteten Menschen zu erinnern."

Weitere Informationen unter:

http://www.dresden.de/historikerkommission

Abschlussbericht der HistorikerInnenkommission


Diesen Artikel finden Sie im Web-Auftritt unter
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2010/03/pm_060.php

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Wer hat Angst vorm Roten Mann?

Beitrag zur Demo am 5.3. 

Die Verhinderung des Dresdner Neonazi-Aufmarsches am Samstag, den 13.02., durch tausende BlockiererInnen ist nach Ansicht des Chemnitzer Politologen Eckhard Jesse „eine Niederlage für den Rechtsstaat". Damit hätten sich die Neonazi-GegnerInnen „über Recht und Gesetz hinweg gesetzt“, sagte Jesse am darauffolgenden Montag in Chemnitz. „Wenn Gerichte den Rechtsextremen einen Aufmarsch gestatten, müsse dieser gewahrt werden“, so schrieb der Professor im Nachgang der erfolgreichen Blockaden des größten Naziaufmarschs in Europa. Jesses Kritik speist sich unter anderem aus der Auffassung, die Blockaden hatten keine abschreckende Wirkung auf die Nazis entfaltet und wären daher nicht gerechtfertigt.
Diese Auffassung muss vorn vornherein ins Leere laufen.
Fraglich ist ob die Blockaden lediglich eine abschreckende Wirkung haben sollten? Richteten sich die Blockierenden nicht vielmehr gegen menschenverachtendes Denken und war nicht dies, im Gegensatz zur Menschenkette, das eigentliche Ziel der Blockierenden?
Nazis sind sowohl bewusste DarstellerInnen als auch Projektionsfläche der bürgerlichen Gesellschaft für eine gemeinsam hervorgebrachte faschistische Ideologie. Den wahrnehmbaren Auftritt dieser Ideologie verweigern sich BlockiererInnen damit und müssen es auch. So eine demokratische – wohlgemerkt nicht autoritär-rechtsstaatliche – Auffassung, welche unter anderem Blockaden als legitimes Mittel sieht, gegen u.a. Neonazis vorzugehen.
Blockaden gegen Neonazis besitzen allein aus sich heraus Legitimation, nicht weil sie Nazis als Personen den öffentlichen Raum verweigern, sondern weil sie sich auf Inhalte und Einstellungen beziehen, die keine Berechtigung besitzen, im öffentlichen Raum inszeniert zu werden.
Eckhard Jesses Kommentar beinhaltet außerdem die Ansicht, dass die Justiz und damit letztlich der Staat die einzige Instanz ist, die öffentliches Handeln legitimieren kann. Damit steht er in der sächsischen Hochschullandschaft nicht allein da. Zu nennen wäre vor allem das Hannah Arendt Institut in Dresden, welches sich als Gralshüter der Definition von Demokratisch und Antidemokratisch versteht. Als demokratisch gelten dabei alle Strukturen, Gruppen und Personen, die sich positiv auf die aktuell existierende politische und ökonomische Ordnung beziehen. Diese stehen im scheinbaren Gegensatz zu den sogenannten ExtremistInnen, welche gegen einen unformulierten „Demokratischen Konsens“ verstoßen. Dabei bezieht sich die Extremismusformel explizit auf Organisationsformen und öffentliche Meinungsäußerungen und muss damit Einstellungspotentiale und deren Verbreitung in der Gesamtgesellschaft und somit ihre eigene Begrenztheit ausblenden.
Eine Analyse der Entstehung von Ideologien und deren Teilaspekten ist dabei ebenso nicht gewollt, weil sie der tatsächlichen Absicht, der Schaffung eines Feindbildes entgegenstehen um die unüberwindbaren Grenzen zwischen ExtremistInnen und DemokratInnen nicht zu verwischen. Die Folge davon ist ein geistiges Klima, welches dem der 50er Jahre gleicht. In dieser Zeit entstand die Totalitarismusforschung, welche den ideengeschichtlichen Hintergrund für die heutigen ExtremismusforscherInnen darstellt. Diese war geprägt von Angst und Hass gegenüber kommunistischen, heute islamistischen, kurz extremistischen VerschwörerInnen. Ziel der Debatte ist dabei keineswegs eine inhaltliche Auseinandersetzung mit jeweils aktuellen ideologischen Phänomenen sondern ausschließlich eine nationale Identifikation gegen alle ihre KritikerInnen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft in Stellung zu bringen. Die Gesellschaft soll sich unter Verweis auf ein gemeinsames Feindbild formieren. So reproduziert die Extremismusforschung eigens die bürgerliche Ideologie in zeitgemäßem Gewand.
Es ist plötzlich legitim und geboten, dass evangelikale ChristInnen wie Frank Heinrich gegen Nazis demonstrieren. Trotz alledem bleiben beide in ihren Einstellungen z. B. gegenüber Schwulen und Lesben der gleichen irrationalen Überzeugung verhaftet, dass nicht alle Menschen gleich sind.
Gleiches gilt für alltäglichen Rassismus, der in der Extremismusforschung als Phänomen der am Rande der Gesellschaft operierenden Neonazis gedeutet wird, anstatt sich den gesellschaftlichen Wurzeln zu widmen, die täglich an Stammtischen, in Reden über rumänische Arbeitsmoral oder Zeitungsartikel über kriminelle AusländerInnen durchschimmern. Dies geht Hand in Hand mit offenkundig ökonomisch rationalen Ansichten zur Standortpolitik und die Produktion strukturellen Rassismus über Nationalitäten und Flüchtlingsabwehr die nichts als den Kapitalismus und damit die allgemeine Ausbeutung aller Menschen konserviert.
In diese Kerbe der durch die Extremismusforschung vordefinierte Sicht auf die Gesellschaft schlägt auch der Chemnitzer Professor für vergleichende Regierungslehre Gerd Strohmeier mit seinen Thesen zu Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen. Hierfür untersucht er die linksextreme Gefahr für Kinder neben Bibi und Benjamin anhand von Personen wie Karla Kolumna und dem Bürgermeister von Neustadt. Während Karla Kolumna, die rasende Reporterin, als Vertreterin kritischer Medien dargestellt wird, zeichnen die Autorinnen ein negatives Bild vom korrupten, unfähigen Bürgermeister, als der Autorität von Neustadt. Strohmeier stellt nicht die Frage, wie berechtigt das Ziel ist, Kindern das Zusammenspiel gesellschaftlicher Kräfte vorzuführen sowie die Legitimität a priorischer Autorität zu hinterfragen.
Für ihn sind Zivilcourage, Basisdemokratie, Pazifismus, Antikapitalismus sowie antihierachisches Denken keineswegs anzustrebende Eigenschaften eines demokratischen Individuums. Die wünschenswerte Teilnahme an Gesellschaft und politischen Auseinandersetzungen sieht Strohmeier als Bedrohung an und blendet damit jeden Emanzipationsbegriff aus.
Eine weitere populäre Errungenschaft der Universität ist Professor Heiner Rindermann. Dieser machte im Deutschlandfunk Ausführungen zu den genetischen Unterschieden zwischen Menschen und leitet daraus deren kulturelle Vielfalt sowie soziale Verschiedenheiten ab und hält weiter am Begriff der Rassen fest.
Während die Extremismusforschung ihr Weltbild noch unter Auslassungen bspw. von alltäglichem und strukturellem Rassismus oder Sexismus konstruiert, zeichnet Rindermann ein biologistisches Menschenbild, welches Klassen und soziale Ungleichheiten genetisch definiert.
Abschließend lässt sich also sagen, dass die ExtremismusforscherInnen in Neonazismus und Faschismus lediglich das Randphänomen Rechtsextremismus sehen, einen konstruierten Linksextremismus jedoch als tatsächliche Gefahr für das reibungslose Funktionieren der kapitalistischen Gesellschaft beschreiben. Diese Furcht teilt Gerd Strohmeier indem er vor einer antiautoritären Pädagogik und damit vor dem unkontrollierbaren Individuum warnt. Rindermann schafft mit seinen ethnopluralistischen Ansichten noch die Negation des Kapitalismus und schreibt
soziale Gegensätze natürlichen Ursachen zu.
Anschlüsse und Argumente für Nazis werden hiermit auf breiter Basis geliefert. Einer Auseinandersetzung mit menschenverachtendem Denken und Geschichtsrevisionismus als aktuelle Probleme entziehen sich die WissenschaftlerInnen. Das konsequente Verschweigen kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse muss in einer personalisierten Sicht auf gesellschaftliche Strukturen enden. Alle Kritik an dieser Gesellschaft versandet unter Verweis auf die ordnungszerstörenden Gefahren und den stalinistischen Popanz. Wissenschaft die frei ist von Ideologie und kritische Potentiale schafft, sieht anders aus. Willkommen in Chemnitz!

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Spenden für Opfer eines Nazibrandanschlags

In der Nacht zum 18.02.2010 wurde das Auto eines Antifaschisten aus Pirna von bisher unbekannten Nazis in Brand gesetzt. Er ist Mitgleid des AKuBiZ e.V. und Kreisgeschäftsführer der "LINKEN" des Verbandes Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.
"Gegen 2:30 Uhr wurde ich von meinem Nachbarn geweckt und fand mein Auto am Hinterrad (BeifahrerInnenseite) brennend vor. Direkt über dem Hinterrad befindet sich der Tankdeckel. Am Hinterrad befand sich eine brennender Stoffballen. Als ich zum Auto kam, war der Brand soweit fortgeschritten, dass ein Löschen durch mich nicht mehr möglich war", ist auf seiner Webseite (lutz-richter.eu) zu lesen. 
Am Vortag des 13. Februar schlich schon ein Person auf dem Grundstück herum. Er machte sich am Briefkasten Notizen und fotografierte das Haus und das Auto. (siehe Foto) 
Dies war aber nicht der einzige Überfall in den letzten Tagen. Nachdem am 13.02.2010 ungefähr 400 Nazis durch Pirna zogen und die Scheiben des SPD-Büros zerstörten, überfiel in der Nacht zum 17.02.2010 eine Gruppe Nazis einen Jugendlichen in der Pirnaer Innenstadt. Kurz nachdem er zu Boden ging, konnte er flüchten. Die Gruppe holte ihn aber wieder ein. Zwischenzeitlich konnte er jedoch bei Freunden anrufen, die ihm zu Hilfe kamen und zwei der Täter festhalten konnten. Er erlitt unter anderem erhebliche Verletzungen am Kopf. 
Für Spenden an die junge Familie, dessen Auto niedergebrannt wurde, steht das Vereinskonto des AKuBiZ e.V. zur Verfügung. Spenden werden umgehend an die Betroffenen weitergeleitet. 
Kto-Nr: 1000933180 – BLZ: 85060000 – Verwendungszweck: "Brandanschlag"

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Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!

"[..] Die Extremismusformel als legitimatorische Basis des Vorgehens von Politik, Staatsanwaltschaft und Polizei wird damit von den Kritiker_innen selbst reproduziert und ihre Konsequenzen werden billigend in Kauf genommen.
Hier deshalb unser Aufruf „Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!“, in dem wir dazu auffordern sich endgültig vom Extremismusansatz zu verabschieden." 

Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX)

Aufruf gegen jeden Extremismusbegriff 2010 (PDF, 95 KiB)

Auch wir zeichnen mit.

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Gemeinsam Blockieren

Aus gegebenem Anlass möchten wir auf die Plakate von dresden-nazifrei.com aufmerksam machen. Kann man runterladen, ausdrucken und natürlich auch aufhängen, etwa in Chemnitz… 🙂

(Sehr) große Version bei Klick aufs Bild

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Aufbegehren gegen ELENA, die neue Superdatenbank

Das Schreckenszenario "Gläserner Bürger" wird allmählich Realität. Durch den elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) werden sensible Daten aller Arbeitnehmer zentral erfasst. Werden anfangs nur Agentur für Arbeit oder Krankenkassen Zugriff haben, könnten später auch andere staatliche Einrichtungen wie Ermittlungsbehörden Interesse anmelden. Weitere Informationen…

Ein erster Schritt zur Verhinderung dieser umfassenden Datensammlung ist das Mitzeichnen einer Petition gegen ELENA. Dies ist online möglich auf folgender Seite:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8926 

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Beschlagnahmungen in Berlin und Dresden

In den frühen Nachmittagsstunden des 19. Januars beschlagnahmten Beamte des Berliner und sächsischen Landeskriminalamtes… (weiterlesen)

 

 
  

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BERTOLT BRECHT UND SEINE IDEEN

  
 
"…denn alle Kreatur braucht Hilf von allen!"
Eine Lesung mit Musik in vier Kapiteln und einem Prolog
anschließende Diskussion gewünscht
Diese Lesung will die Gedankenwelt von Bertolt Brecht aufzeigen. In einer Zeit, in welcher der "Klassiker der Vernunft" auf unpolitische Liebeslyrik (sehr schöne nebenbei) und "klassische Zeitstücke" beschränkt wird, will dieses Programm Texte Brechts mit aktuellen Bezügen zu Gehör bringen. Hauptsächliche Themen in Brechts Denken sind die soziale Frage, Krieg und Frieden, die Dialektik und der Kommunismus. Dabei werden selten gehörte Texte wie die "Kriegsfibel", das "Meti – Buch der Wendungen" und das "Lehrgedicht über die Natur des Menschen" auszugsweise zu hören sein. Die Musiken komponierten Hanns Eisler, Kurt Weill und Boris Blacher. 
Do. 28. Januar, 19.00 Uhr 
 
Raum: B003
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Pressemitteilung StuRa Uni Leipzig – Das Kern-Problem

*Pressemitteilung* Empört über das
Verhalten von Prof. Dr. Bernd Rüdiger Kern / Burschenschaften-Werbung
in VL / Forderung nach weitreichenden Konsequenzen

Leipzig, 21. Oktober 2009.
Wie dem StudentInnenRat der Universität Leipzig von zahlreichen
Studierenden der Rechtswissenschaften zugetragen wurde,  gab es in den
Veranstaltungen für ErstsemestlerInnen von Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern
in den letzten zwei Wochen zahlreiche Zwischenfälle.


Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern ist Inhaber des
Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Arztrecht der
Universität Leipzig. Weiterhin ist er DSU-Mitglied und bekennender
Sympathisant studentischer Verbindungen. Auch in diesem Semester gibt
es eine rege Zusammenarbeit des Professors mit der Burschenschaft
Arminia zu Leipzig. Erst am Montag, 19. Oktober 2009, führte er eine
Veranstaltung unter dem Titel „Juristen – Erstsemester –
Informationen“  in der Villa Lützow, dem Anwesen der Burschenschaft
Arminia zu Leipzig, durch. Für jene Veranstaltung warben seine
MitarbeiterInnen vor seiner Vorlesung „Deutsche Rechtsgeschichte“.
Außerdem gab Herr Prof. Dr. Kern Mitgliedern der Burschenschaft
Normannia die Gelegenheit für einer Vortragsveranstaltung mit
Rechtsreferendar AH Krönert Werbung zu betreiben. Studierende die sich
gegen dieses Vorgehen kritisch äußerten wurden mit den Worten
„Kommunistenschweine“ von Prof. Kern des Raumes verwiesen.


Der StudentInnenRat ist empört über das
Verhalten des Dozierenden. Zum Einen verbreitet Prof. Kern eine
verharmlosende Sicht auf die Problematik der Burschenschaften und zum
Anderen ist sein Umgang mit den kritischen Stimmen der Studierenden
sehr fragwürdig. Verschwiegen wird, dass das politische Verständnis von
Burschenschaften von rechtskonservativ und patriarchalisch bis hin zu
nationalistisch, offen frauen- und ausländerfeindlich reicht. Die
Burschenschaft Arminia zu Leipzig ist darüber hinaus Mitglied im
Dachverband Deutscher Burschenschaften. Der Verband verfolgt eine
völkische und elitäre Ideologie und beherbergt u.a. Burschenschaften,
die aufgrund ihrer Einstellungen vom Verfassungsschutz beobachtet
werden.
Wir raten Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern an, seine Stellung
an der Universität Leipzig zu überdenken und fordern die
Universitätsleitung auf, derartiges Verhalten nicht zu tolerieren und
angebrachter Weise ein dienstrechtliches Verfahren einzuleiten.


Für Rückfragen steht Ihnen Tanja Rußack, Referentin für Antirassismusarbeit, Tel.: 0341 – 973861 zur Verfügung.

Artikel beim StuRa Uni Leipzig

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