Veranstaltungsreihe Seitenwechsel

Ankündigung von AFFI Chemnitz

Rassistische, sexistische und homophobe Äußerungen sind im Sport nicht selten anzutreffen. Das Sportfunktionär_innen, Trainer_innen oder Fans sich ihnen entgegenzustellen, kommt leider noch zu selten vor. Die Reihe “Seitenwechsel” möchte alle diejenigen stärken, die sich des Themas annehmen und Veränderungen herbeiführen wollen.

Von Oktober bis Dezember finden dazu im DAStietz, jeweils im Cafe 3. OG, vier Veranstaltungen statt:

Mittwoch, 24.10.12, 19.00 Uhr

Fußball und das Elend der Männlichkeit – Vortrag und Diskussion mit Gerd Dembowski

Fußball ist ein gesellschaftliches Ereignis: Millionen Menschen spielen selbst, Millionen verfolgen Fußball im Stadion oder am Bildschirm. Doch allen Wandlungen zum Trotz bleibt Fußball in Deutschland “Männersache”. Fußball gilt nach wie vor als ein Ort, an dem “Mann” sich inszenieren kann. In den Vereinen haben die Herren das Sagen und der Frauenfußball fristet sein Dasein im Schatten männlicher Superstars. Neben Torjubel und Tränen werden die Zuschauerränge auch zur Bühne von Menschenverachtung. Die Veranstaltung versucht dem Zusammenhang zwischen Fußballbegeisterung und männlichen Inszenierungen auf der einen Seite und verschiedenen Diskriminierungen auf der anderen Seite nachzugehen.

Gerd Dembowski ist Sozialwissenschaftler, freier Autor, Vortragsreisender, Sänger, Ausstellungsmacher und Lehrbeauftragter. Er ist u. a. bekannt geworden durch die Wander-Ausstellung “Tatort Stadion”.

Mittwoch, 07.11.12, 19.00 Uhr

Angriff von Rechtsaußen – Vortrag und Diskussion mit Ronny Blaschke

Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig, oder in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden. Ronny Blaschke stellt den “Angriff von Rechtsaußen” dar, wertet aber zugleich Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann.

Ronny Blaschke arbeitet als freier Autor für “Die Zeit”, “Süddeutsche Zeitung” und das Deutschlandradio. Sein Buch “Im Schatten des Spiels” (2007) wurde von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur als “Fußballbuch des Jahres” ausgezeichnet. Das “Medium-Magazin” kürte ihn 2009 zum “Sportjournalisten des Jahres”.

Mittwoch, 12.12.12, 19.00 Uhr

Sexismus und Fußball – Diskussion mit Nicole Selmer, Marcus Urban, Different People Chemnitz und dem Fanprojekt

Stadien und Public Viewing Plätze sind nicht nur Stätten der Sportbegeisterung, sondern auch Orte, an denen Fans ihren Aggressionen freien Lauf lassen und häufig in ein sexistisches und homophobes Vokabular verfallen. Zeigt sich hier der entgrenzte Fan, frei von unnötigen Rücksichtnahmen, ganz dem Ressentiment verfallen? In einer Gesprächsrunde mit engagierten Fußballfans wollen wir dem Thema auf den Grund gehen.

Nicole Selmer arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Übersetzerin. Veröffentlichungen u.a. “Frauen als Fußballfans” und “Texte zu Fußball und Geschlecht”. Zudem ist sie Mitbegründerin des Netzwerkes Frauen im Fußball. Marcus Urban war DDR-Jugendnationalfußballspieler und später bei Rot-Weiß Erfurt Mittelfeldspieler in der Nachwuchsoberliga. Im November 2007 outete er sich in einem Interview als homosexuell. Er ist Mitgründer des Expertennetzwerkes “Fußball gegen Homophobie”. Different People ist eine Selbstorganisation für homosexuell, bisexuell und trans*lebender Menschen.

Mittwoch, 28.11.12, 19.00 Uhr

Zwei Lieben – Lesung und Diskussion mit Dr. Rainer Vollath

Berlin 1938. Der 28-jährige Fritz wird im Berliner Tiergarten von der Gestapo ertappt, verhaftet und ins KZ gebracht. Sieben Jahre verbringt er in Sachsenhausen und Flossenbürg. Was ihm beim Überleben hilft, ist seine Liebe zu dem jungen Häftling Jan aus Warschau. Bei Kriegsende trennen sich jedoch ihre Wege für immer. Aus Angst vor Repressalien führt Fritz nach dem Krieg in Berlin jahrzehntelang ein Doppelleben und traut sich nicht, zu seinem Schwulsein zu stehen. Doch dann wird 1969 der Paragraph 175 entschärft, ein frischer Wind weht in der Metropole. Fritz versucht, eine Entschädigung für die im KZ erlittenen Qualen zu bekommen – und er lernt Will kennen.

Rainer Vollath, geboren 1966, hat Romanistik und Germanistik studiert. Er lebt als Autor und Redakteur in München und der Provence. Zwei Lieben ist sein Romandebüt.

Eine Veranstaltungsreihe der Antifaschistischen Fussball-Fan-Initiative Chemnitz, Different People e.V., Fanprojekt der AWO und der VHS Chemnitz. Gefördert durch den Lokalen Aktionsplan der Stadt Chemnitz.

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