Geschlechterkampf von rechts

Eine lesenwerte Broschüre unter dem Titel "Geschlechterkampf von rechts : wie Männerrechtler und
Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus
radikalisieren" von Thomas Gesterkamp hat die Friedrich-Ebert-Stiftung im März herausgebracht.

Wenn sie auch weiter am Rechtsextremismusbegriff festhält, so kann die FES doch auf einige gute Publikationen zum Thema verweisen. Beispielhaft sei die breit wahrgenommene Studie "Vom Rand zur Mitte" von Decker und Brähler aus dem Jahr 2006 genannt, in welcher dargelegt wurde, wie stark rassitische, antisemitische und andere menschenverachtende Einstellungen in der Bevölkerung verbreitet sind. Auch konnte hier herausgearbeitet werden, dass diese nicht nur im neonazistischen oder konservativen Milieu vorzufinden sind, sondern auch bei Menschen, welche sich selbst als "links" bezeichnen oder in als links geltenden Parteien u.ä. organisieren. Es gibt das antiemanzipatorische, antidemokratische Potential also in der "Mitte der Gesellschaft" im Bogen des Hufeisens sozusagen.

Daraus zu schließen, die sogenannte Extremismusforschung würde ihr Konzept dahingehend zur Debatte stellen, blieb naiv, ist selbiges doch "normativ" und damit fern ab von tatsächlichen gesellschaftlichen Realitäten. Dass die "Mitte der Gesellschaft" einen Hang zur Norm hat, zeigt sich auch mehr real als im Konstrukt. Und so möchte es nicht verwundern, wenn ein großer Teil antifeministischen Thesen oder tradierten Rollen- und Familienbildern umfassend zustimmen kann. Auch hier ist ein großer Teil der Linken noch weit entfernt, eine heteronormativ verfasste Gesellschaft grundlegend in Frage zu stellen bzw. abzulehnen.

Ein guter Anlass also, sich mit aktuellen Diskussionen zu befassen!

 

Geschlechterkmapf von rechts (pdf)

Geschlechterkampf von rechts : wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren / Thomas Gesterkamp. – [Electronic ed.] – Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik, 2010 – 24 S. = 190 KB, PDF-File .
(WISO-Diskurs). – (Arbeitsbereich Frauen- und Geschlechterforschung)
ISBN 978-3-86872-270-3
Electronic ed.: Bonn : FES, 2010

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