…und morgen das ganze Land

Neue Nazis, "befreite Zonen" und die tägliche Angst

Lesung mit den Leipziger Journalisten Christian Werner und Michael Kraske

Mittwoch, 28. Oktober 2009, 19:00 Uhr: Reitbahnstraße 84

Über einzelne Wahlerfolge der NPD hinaus erobert eine neue Nazi-Kultur unsere Städte. Opfer rechter Gewalt und Einschüchterung leben in Angst und ziehen sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Die Autoren haben zahlreiche Interviews geführt – mit Opfern und Streetworkern, mit Aussteige-Helfern, ausgewiesenen Experten und Verfassungsschützern. Aufgrund dieser Exklusivinformationen bleiben sie nicht stehen bei der Schilderung erschütternder Einzelfälle, sondern blicken hinter die Strukturen der rechten Szene.
Die Autoren berichten über den bereits vollzogenen Strategie- und Imagewechsel der Neonazis und beschreiben ihn am Beispiel der für die Jugendkultur wichtigen Bestandteile Musik und Kleidung.
Der Kampf gegen das Nazi-Label Thor Steinar und die CD-Verteilaktionen auf den Schulhöfen sind zwei Beispiele. Werner und Kraske zeigen, wie erfolgreich der „dreifache Kampf – um die Köpfe, um die Straße, um die Parlamente“ – ist, denn das ist das eigentlich Erschreckende: Nur bei Großereignissen, seien es Wahlen, sei es Gewalt bei Fußballspielen, oder bei einzelnen Übergriffen, schreckt die Öffentlichkeit auf. Das Buch zeigt, was bislang gegen die Gefahr von rechts getan wird – und was getan werden müsste.
Erst kürzlich vermeldete das sächsische Innenministerium einen besorgniserregenden Anstieg politisch rechts motivierter Straftaten um 19 Prozent. Mit der kleinen Lesereise soll der Blick auch auf die Initiativen gerichtet werden, die sich gegen Nazis engagieren und dabei noch viel zu oft Steine in den Weg gelegt bekommen.

Da uns kein Raum an der Uni zur Verfügung gestellt wurde, findet die Lesung in der Reitbahnstraße 84 statt.

Unterstützt durch den Verein Linke Bildung und Kultur für Sachsen e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und Jugendbildungswerk

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